Ein einziger Blick in den Spiegel genügt, um den ständig wachsenden Druck weiter steigen zu lassen. Wir reduzieren Mahlzeiten regelmäßig und haben auch die letzte angepriesene Wunderdiät probiert, nur um sie frustriert wieder zu beenden. Wir machen Sport, wir trinken viel, wir geben uns alle Mühe, die beste Version unserer selbst zu sein. Schon längst wagen wir uns nicht mehr in Shorts oder Kleider vor die Haustür, hassen den Anblick von Sandalen oder Flip-Flops an unseren Füßen und wollen uns nur noch verstecken. Denn die Fettpölsterchen an unseren Schenkeln – die so genannten Reiterhosen – werden einfach nicht kleiner. Mittlerweile erkennen wir sie sogar an Po und den Hüften, sie werden breiter und breiter, und es gibt offenbar nichts, was wir dagegen tun können.

Hier geht es nicht um Makel wie Cellulite oder helle Dehnungsstreifen. Natürlich sehnen wir uns alle nach einem schier perfekten Körper, ganz egal, ob wir groß gewachsen sind oder petite. Tag für Tag begegnen uns scheinbar fehlerfreie Frauen: In Magazinen, auf Hochglanz-Covern oder ganz klassisch in Filmen. Sie sind schlank, haben straffe, ebenmäßige Haut und kein Gramm Fett zu viel auf den Hüften. Es ist ein Bild, das in Zeiten von Body Positivity manchmal überholt scheint, und doch können – oder wollen – wir uns nicht von ihm losmachen. Beginnen unsere Gliedmaßen, ob Arme oder Beine, allerdings zu schmerzen und wird das Sitzen nahezu unerträglich, so sprechen wir nicht mehr von einem Makel, sondern von einer Krankheit.

Lipödem, was ist das eigentlich?

Lipödem ist eine krankhafte Fettverteilungsstörung die primär an Hüften, Po und Beinen auftritt. Fettgewebezellen vergrößern sich und vermehren sich deutlich schneller als sie es normalerweise tun. Dadurch leidet auch das Bindegewebe, denn sogar die kleinsten Blutgefäße werden schwächer und durchlässiger. Oftmals greift die Krankheit später ebenfalls auf die Arme über. Dieses Schicksal kann jede Frau ereilen, völlig unabhängig von ihrem BMI, dem Umfang ihrer Taille oder ihrem schmalen Gesicht. Diese ausgeprägten Reiterhosen, gegen die keine Diät und kein Sport hilft, entwickeln sich rasant weiter. Wenn die Krankheit unerkannt bleibt, können Reiterhosen auch zu „Suavenhosen“ werden. Das bedeutet, dass jene krankhaften Deformierungen zwar am Fußknöchel enden, das Fett an dieser Stelle jedoch überlappt.

Natürlich haben wir alle – gerade nach Weihnachten, wenn die verschiedenen Essen mit der Familie einfach nicht enden wollen und weil Mamas Truthahn ja so gut schmeckt – gerne mal ein wenig zu viel auf den Hüften. Wenn diese Fettansammlungen allerdings stetig weiter wachsen und auf beiden Seiten besonders symmetrisch wirken, sollte man achtsam werden. Die Neigung zu Besenreisern und sogar zu Blutergüssen wird stärker, oftmals tritt auch eine unangenehme Schwellung der Unterschenkel auf. Ein frühes Symptom, das sich von einfacher Gewichtszunahme unterscheidet, ist aufkommender Schmerz. Es beginnt häufig als Spannungsgefühl, das vor allem im Sommer kaum nachlassen mag. Die Beine fühlen sich furchtbar schwer an. Besonders das Sitzen und Stehen wird zunehmend schmerzhaft bis hin zu unerträglich.

Ein weiterer Indikator sind die Arme: Auch diese können anschwellen, während die Gelenke und Hände selbst völlig normal aussehen. Nicht zu unterschätzen sind darüber hinaus auch die Folgen für die mentale Gesundheit einer jeden Frau. Denn die Fettablagerungen sind immer schwerer – oder auch gar nicht mehr – zu verstecken. Es wird zunehmend schwieriger, sich auf die Straße zu trauen oder auch auf die Arbeit. Es ist oftmals der Beginn eines düsteren Teufelskreises. Diese Spirale, die immer weiter abwärts führt, kann zu einer Angststörung oder sogar bis in die Depression führen. Auch deswegen ist es wichtig, Lipödem frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Treffen kann es jede(n)

Wir fühlen uns schnell schuldig, wenn wir mal wieder mehr auf die Waage bringen, als wir eigentlich wollen. Lipödem darf allerdings niemals mit Adipositas – also Fettsucht – verwechselt werden. Bei Fettleibigkeit oder bloßem Übergewicht verändern sich die Körperproportionen nämlich nicht und auch Schmerzen, vom Fettgewebe verursacht, sind anormal. Eine Schmerzempfindlichkeit, gerade bei Berührung oder Druck, ist ganz und gar typisch für Lipödem.

Diese Krankheit kann übrigens absolut jede Frau treffen, egal wie schlank oder gesund sie sein mag. Lipödem hat nichts mit mangelnder Selbstkontrolle zu tun – niemand, der daran erkrankt, ist selbst daran schuld. Frühestens trifft Lipödem nach der Pubertät auf, eine genauere Ursache ist allerdings noch unbekannt. Oftmals kann beobachtet werden, dass Frauen nach einer Geburt oder während der Wechseljahre an diesem Krankheitsbild leiden. Auch nach einem gynäkologischen Eingriff tritt Lipödem vermehrt auf, so beispielsweise nach einer Entfernung der Gebärmutter. Aus diesen Gründen gehen Ärzte und Experten davon aus, dass Lipödem hormonelle Ursachen hat, allerdings auch genetisch bedingt sein kann. Auf weitere medizinische Erkenntnisse müssen wir jedoch – leider – noch warten.

Was tun gegen Lipödem?

Obwohl Lipödem eine chronische Krankheit ist, so kann doch sehr viel gegen ihre Symptome getan werden. Überraschend wichtig ist, trotz Schmerzen und Einschränkungen, regelmäßig Sport zu betreiben. Besonders gut eignen sich Wassersportarten wie etwa Aqua Jogging und Schwimmen, oder Spazieren und Walking. Letzteres darf allerdings ausschließlich mit der Unterstützung von Kompressionsstrümpfen geschehen – nur so kann eine weitere Schwellung verhindert werden.

Kompressionsstrümpfe sollten aber, gerade in den Anfängen der Krankheit, auch im Alltag getragen werden. So wird verhindert, dass sich Wasser in den Beinen ablagern kann. Auch regelmäßige Lymphdrainagen bei geschulten Physiotherapeuten schaffen Entspannung und lindern Schmerzen.

All diese Maßnahmen können jedoch nicht das größte und schmerzhafteste Symptom beheben: nämlich die eigentlichen Fettablagerungen. Die einzige dauerhafte Therapieform ist die so genannte Liposuktion, eine Fettabsaugung. Zunächst allerdings muss geklärt werden, ob Sie an Lipödem leiden und wenn ja, in welchem Stadium die Krankheit sich befindet. Eine solche medizinische Fettabsaugung ist nämlich grundsätzlich deutlich aufwendiger und zeitintensiver als eine Operation, die „bloß“ der Ästhetik dient; je nach Krankheitsverlauf sind auch mehrere Eingriffe notwendig. Mehr als wichtig – und der erste Schritt in die Richtung einer solchen Entscheidung – ist jedoch tatsächlich ein Gespräch mit einem Experten.

Unersetzbar: Spezialisten aufsuchen!

Eine Selbstdiagnose mit Hilfe des Internets kann nämlich nicht nur furchteinflößend sein, sondern auch gefährlich. Wenn Sie einige der hier genannten Symptome bei sich selbst feststellen, so sollte der nächste Schritt ein Anruf beim Arzt sein – nur um sicherzugehen. Und sollte Lipödem tatsächlich diagnostiziert werden, so gilt: Bloß keine Panik. Mit Hilfe einer Liposuktion kann jeder Betroffenen geholfen werden. Langzeitstudien haben jüngst bewiesen, dass Beine, die auf diese Art behandelt worden sind, über elf Jahre lang schlank und gesund geblieben sind.

Einen solchen erfahrenen Spezialisten, der Ihnen helfen kann, finden Sie auch bei uns. Dr. med. Bayindir beantwortet Ihre Fragen – jederzeit.

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